Der Prozess gegen Malaparte

von Jens-Martin Eriksen

Nach „Winter im Morgengrauen“ und „Finnland“ ist dies die dritte Arbeitsbegegnung mit dem dänischen Autor Jens-Martin Eriksen. Sein neustes Stück DER PROZESS GEGEN MALARPARTE stellt er dem fringe ensemble zur erstmaligen Präsentation vor einem Publikum zur Verfügung. Für die szenische Ur-Lesung hat der Übersetzer Jörg Scherzer zeitnah zur Entstehung der ersten Fassung des Stücks eine deutsche Übersetzung angefertigt. Die szenische Lesung dient Jens-Martin Eriksen auch zur Überprüfung dieser Fassung, anschließend arbeitet er an dem Stück weiter.

Das Kammerspiel DER PROZESS GEGEN MALAPARTE ist eine Farce: Ein Generalgouverneur, ein Schriftsteller und zwei SS-Offiziere bilden das Quartett, an dem Eriksen raffiniert und mit bösem Witz die Schwächen und Manipulierbarkeit des Menschen durchspielt. Er wagt sich mitten ins Herz der Finsternis, findet shakespearehafte Plots, treibt Gedankenspiele über Gott und Satan und ist unerbittlich, wenn es um die Hybris des Menschen geht. Eitelkeit, Zynismus, blinder Gehorsam treten zutage und schließlich fragt man sich, worum es sich beim freien Willen eigentlich handelt. Ein gewaltiges Spiel, ein böses Spiel.

Mit trockenem, zynischem Humor bringt Eriksen die verquere Logik der Funktionäre eines faschistischen Regimes auf die Bühne. Die szenische Lesung des fringe ensemble ist so lebendig wie ein durchinszeniertes Theaterstück.
General-Anzeiger Bonn


DER PROZESS GEGEN MALAPARTE ist gefördert durch die Stadt Bonn, das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und das Danish Art Council.

Kommentare sind geschlossen.